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Business Coach und Bloggerin bei ohfamoos

Wer sich als menschen- und geschichtenverliebt erlebt, wird Coach:-). Und kommt irgendwann zur Bloggerei.

 

Seit Dezember 2015 bin ich an Bord von www.ohfamoos.com. Wir vier widmen uns Persönlichkeiten und (ihren) Projekten, die einen Unterschied machen - hin zu einem besseren Leben. Für mehr Lebenskunst; darin üben auch wir uns täglich. Das Finden von Geschichten, die Recherche und das Schreiben sorgen für einen Perspektivwechsel. Und der ist bekanntlich ein guter Impulsgeber.

 

Ob die Geschichte über meinen airbnb-Gastgeber, einen ehemaligen Axel Springer-Manager und seine Karriere, die Interviews mit unserer Glücksministerin und mit Sina Trinkwalder, meine Gedanken zur Rushhour des Lebens oder das Porträt eines Alpen-Trail-Runners... jedes Mal konnte ich mein Bild von Menschen und vom Leben bereichern. Und das schärft meinen wachsamen Blick für individuelle Lebensgeschichten.

 

Wach und offen bleiben - das sind Voraussetzungen, die ein Coach nie verlieren darf!

 

Die ohfamoose Melanie aus Sydney beschreibt ihre Perspektive auf mich in einem Porträt. Herzdank dafür!

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Einblick in eine Klienten-Geschichte

„Ich will endlich mal die Sau raus lassen", sagt eine Frau der klugen und leisen Töne, die ihre Stalltür öffnete und nun bereit ist, ihr Business zu boosten.

 

Eine sehr erfolgreiche Kundenberaterin aus der SEO-Branche wird Mutter, macht sich mit ihrem großen Wissen und Können selbständig. Und zaudert. Zweifelt an sich. Es liegt wohl an der Doppelrolle, die besser organisiert werden müsste. Denkt sie. Die Arbeit mit zwei wunderbaren Instrumenten, eines aus dem Vertriebs-Coaching, eines auf dem systemischen Coaching, macht ihr deutlich, dass sie alles an Bord hat. Und mehr. Eine Heldinnengeschichte. Doch vorn vorne:

 

Bis 31 war Lise* eine von diesen hyper-erfolgreichen Vertriebsdamen. Sie arbeitete in der männerdominierten Softwarebranche in einem mittelständischen Unternehmen im Norden der Republik. Dort hat sie Kunden rund um’s komplexe Thema SEO beraten. Und sie war eine der Besten. Fast spielerisch erreichte sie die erwarteten Kundenabschlüsse, so scheint es, während sie geduldig, dabei zaghaft von den Erfolgen in ihrem früheren Beruf erzählte. Lise kommt für mich insgesamt eher zurückhaltend und leise daher. Sie hört sehr genau zu. Sucht sorgsam nach Fragen. Lässt sich dabei Zeit. Um dann mit keinem Wort zu viel druckreif ihre Antworten auf meine Fragen zu formulieren. Das finde ich interessant. Im Vertrieb, so heißt es, soll man ‚outgoing‘ und so sein. Das sei nicht zwingend so, korrigiert sie mich. Entscheidend sei, dass Kunden fachlich und menschlich überzeugt werden können. Und sie sei eben so, wie sie ist. Dabei tippt sie fast ungehalten mit ihrem rechten Fuß auf und ab und auf und ab. Nun ist Lise 35. Und Mutter eines vierjährigen Sohnes. Ein Wunschkind, betont sie überraschend vehement. Seit fast zwei Jahren ist sie als freiberufliche SEO-Beraterin tätig. Es passe so gut zu ihrem Verständnis vom Mutter-sein. So kann sie ihr Können einbringen und ihren Sohn so betreuen, wie sie es sich vorstelle.

 

Soweit zur Heldin dieser Geschichte. Sie ist Klientin. Ich bin ihr Coach.

 

"Es läuft nicht so gut mit der Selbständigkeit. Ich muss mich besser organisieren, glaube ich."

 

Lise kam mit einer klaren Vorstellung zu unserem zweiten Treffen. Richtiger: Sie saß aufrecht da und sagte: „Früher konnte ich mich voll auf den Job konzentrieren. Seit mein Sohn auf der Welt ist und ich selbstständig bin, tanze ich auf zwei Hochzeiten. Ich muss mich mehr organisieren, dann läuft es auch besser mit meiner Selbstständigkeit… Zeitmanagement und diese Themen. Sie sind ja auch Mutter und kennen das bestimmt.“ Dabei wedelte sie fast ungeduldig mit ihrer rechten Hand. Als sie mir dann sehr strukturiert berichtete, wie sie ihren beruflichen und privaten Alltag organsiert, da war ich echt beeindruckt. Und ich machte mir Gedankennotizen zu zwei Dingen, die ich ausprobieren wollte.

 

Besser laufen sollte es insofern, als dass sie überhaupt mehr Kunden und diese für umfassendere Projekte gewinnen wolle. „Bei meinem früheren Arbeitgeber habe ich namhafte Kunden beraten. Ich konnte sie für große Aufträge gewinnen. Die waren immer fünfstellig. Natürlich, da stand mein Arbeitgeber mit seinem guten Namen dahinter. Heute mache ich, banal formuliert, klein-klein Geschäft. Naja, immerhin, ich habe ausreichend Zeit für meinen Sohn.“ An dieser Stelle registrierte ich einen glasigen Blick und Schultern, die runder wurden.

 

Wir arbeiteten in der zweiten und dritten Sitzung weiter an ihrem Ziel. Mittlerweile hatte ich mir ihren Internetauftritt angeschaut. Den fand ich ‚stimmig‘ zu dem Eindruck, den sie bei mir zunächst hinterlassen hatte: zurückhaltend und mit einem hohen Kompetenzbeweis-Anteil im Sinne von Input für potentielle Kunden. Kaum etwas Persönliches. Sehr ansprechendes Design.

 

Ich wurde neugierigererer.

 

Während unseres dritten Treffens durfte ich ein bunteres Bild von Lise gewinnen. Und als die – ich nenne es gern Betriebstemperatur – zwischen uns wärmer und wärmer wurde und an einem Punkt richtig anstieg, stellte ich ihr die sogenannte Wunderfrage. Da kommt z. B. eine gute Fee und erfüllt über Nacht einen Wunsch, nach welchem ich Lise dann fragte. Ihre Antwort, überraschend schnell und ungewohnt laut: „Ich will endlich mal die Sau raus lassen! Wenn ich das so auf den Punkt bringen darf.“ Wir lachten beide spontan. Das war erleichternd. Denn sie schien sich fast zu schämen für diesen Ausbruch. Ihre Augen, die blitzten auf.

 

Da hatte sie ihr Thema! Es kostete sie etwas Mut, damit weiter zu arbeiten. Und sie betonte, dass es ihr immer noch wichtig sei, sich besser zu organisieren. Seit dem aber waren wir im gemeinsamen Flow.

 

Vom Input zum Output – damit die Sau in die gewünschte Richtung läuft

 

Wir haben dieses „Ich will die Sau raus lassen“ später näher betrachtet und herausgearbeitet, was sie dazu persönlich braucht. Doch zunächst, um das Tempo, in welchem Lise sich ihrem emotionalen Thema zu nähern vermochte zu achten, haben wir daran gearbeitet, in welche Richtung diese Sau laufen soll. Und inwiefern sie diese ‚Energie‘ bereits mit ihrer Webpräsenz transportiert. Natürlich war ihr das ein großes Anliegen mit ihrem beruflichen Hintergrund und ihrer Mission. Dazu habe ich sie eingeladen, ein sogenanntes Nutzenprofil zu erstellen. Dabei geht es um folgendes:

 

Grundsätzlich gilt: Wer Andere von etwas überzeugen bzw. sie für etwas gewinnen will, muss die Grundmotive von Menschen kennen. Die Berührung eines oder mehrerer diese Grundmotive führt dazu, dass die Autobahn zwischen Kopf (Rationalisierung) und Bauch (Emotionalisierung) frei ist. Schließlich treffen Menschen 90% ihrer Entscheidungen nach sorgfältiger Rationalisierung aus dem Bauch. Auch im Business!

 

Diese neun Grundmotive sind: Sicherheit, Bequemlichkeit, Vorsorge, Anerkennung, Prestige, Herdentrieb, Neugier, Macht und Freiheit/Unabhängigkeit, Gewinn.

 

Das Erstellen eines Nutzenprofils hilft dabei, den Output der eigenen Kompetenzen für den (potentiellen) Kunden messerscharf auf den Punkt zu bringen. Das klingt einfach, wenn man seine Hausaufgaben gemacht hat (Angebot, Kundenavatr etc.), ist jedoch eine Herausforderung für die meisten. Ein konkreter Nutzen löst bei Menschen Kopfkino aus. Er erzeugt ein unmissverständliches Bild. Formulierungen á la „Das bedeutet für Sie/für Andere…“ müssen daher positiv sein. Schöne Situationsbeschreibungen sind kein Nutzen!

 

Lise fand das überzeugend und überarbeitete noch ihre Botschaften auf ihren Internetseiten jeweils in vier Schritten (die Textbeispiele sind hier lediglich den tatsächlichen angelehnt!):

  1. Sie schaut, wo sie einen Input-Fakt formuliert hat. Hier heißt es z. B.: Ich analysiere Ihre Internetseiten mit Hinblick auf ein optimales Google-Ranking und eine hohe User-Freundlichkeit. Und ich führe alle notwendigen Schritte für Sie durch.
  2. Diesen ordnet sie einem/mehreren der neun Motive zu. Die Motive, die hier angesprochen werden sind vermutlich Gewinn, Sicherheit und Bequemlichkeit.
  3. Dann definiert sie einen konkreten Nutzen aus Kundensicht (Output)
  4. und formuliert diesen um in eine bildhafte Sprache, z. B.: Ihre Internetpräsenz, mehr noch – die exakte Unterseite - muss von Ihren Wunschkunden garantiert gefunden werden. Und sie soll sie ihr bester Verkäufer sein. Die dafür notwendigen Prozesse und Maßnahmen, wie Navigation, Texte, Bilder & Co. werden SEO-optimal aufbereitet. So können Sie sich gewinnbringend um Ihr Kerngeschäft kümmern.

Außerdem stellt Lise ihr Portfolio neu zusammen: Sie definiert eine Abstufung von in sich geschlossenen kleineren Teilaspekten bis hin zu komplexen und vollumfänglichen Aufgabenstellungen, die sie für ihre Kunden erfüllen kann. So gibt sie ihnen die Möglichkeit, über die erfolgreiche Abwicklung erster Aufträge Vertrauen aufzubauen. Und sie spricht neben Kleinstunternehmen auch bspw. mittelständische Unternehmen an. Nicht zuletzt denkt sie über Kooperationen nach, um auch größere Projekte bedienen zu können.

 

Mit diesem Schritt, so ergab eine Zwischenbilanz, kehrt die Zuversicht für Lise zurück, dass sie herausfordernde und interessantere Kunden im eigenen Namen akquirieren wird. Auf meine Frage, ob sie sich der Verbesserung ihrer organisatorischen Fähigkeiten noch widmen wolle antwortete sie: „Ja, das machen wir später natürlich auch noch. Im Moment ist die Sau wichtiger.“

 

Grins. Freu.

 

Handbremse lösen – von der dienenden Tochter zur selbstbestimmten Frau

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'Die stille Revolution' - eine Rezension

Als Bloggerin bei www.ohfamoos.com tobe ich meine Neugierde für Menschen und ihre Geschichten auf andere Art als beim Coaching aus und gebe mich meiner Begeisterung fürs Finden und Schreiben hin. Manchmal richte ich mein Augenmerk auf Themen, die doch etwas mit meiner Arbeit zu tun haben.

 

Bodo Janssens 'Die Stille Revolution' war für mich natürlich eine Pflichtlektüre. Gerade habe ich meine Rezension dazu auf ohfamoos veröffentlicht. Erst, nachdem ich ihn auf einer Lesung im Hamburger Hadleys persönlich getroffen habe! Denn ich wollte einen echten Eindruck von dem Manager haben, der seinen Fokus konsequent weg von den Zahlen und hin zu den Menschen richtet.

 

Klingt ja alles zu schön, um wahr zu sein?

 

Mein #glücklicherarbeiten, oft belächelt, treibt mich stärker denn je. Schon viele Jahre, bevor ich nun das Buch gelesen habe, das ich als wirklich lesenswert erachte. Wenn du es gelesen hast - was denkst du darüber?

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Erfolgreich ist - wer die extra Meile NICHT geht!

Er nimmt in den Mund, was nicht Viele zu denken vermögen. Kaum einer setzt sich so originär mit den Themen Management, Führung und Arbeit auseinander, wie Professor Dueck. Und an seinem Buch "Schwarmdumm - so blöd sind wir nur gemeinsam" kommt man nicht vorbei, wenn man sich zu den wachen Geistern des gegenwärtigen Diskurs über die Arbeits- und Lebenswelt zählt.

 

Witzig und fast beiläufig plaudert er mittlerweile auf den großen Veranstaltungen von seinen Erkenntnissen. Allesamt valide. Da lässt sich der Mathematiker nicht lumpen.

 

Unterhaltungswert mit hochkarätigem Inhalt! Hier in Bild und Ton:


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Stärken und Führung im Wandel

Wenn nichts so beständig ist, wie der Wandel, dann stehen Stärken im beruflichen Wirken wohl regelmässig auf dem Prüfstein? Tatsächlich gelten heute andere persönliche Eigenschaften und Kompetenzen als stark, als noch vor 15 oder gar 30 Jahren. Wen wundert's dann, dass Nachwuchstalente und Erfahrene sich machmal sehr ums Verstehen und Verständnis bemühen müssen. Das ist keine Willkür, sondern eine Folge von Entwicklung. Und die geht rasend schnell.

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AUGENHÖHEwege - so geht neue Unternehmenskultur!

 

Nach AUGENHÖHE - der Film bringt das Team nun den Nachfolger an den Start. Hier geht es um's WIE! Filmpremiere an vielen Orten ist am 4.3., in HH im Museum für Arbeit.

 

Neue Unternehmenskulturen - das sind die, die weniger auf Hierarchie und 'klassisches Führungsverständnis' setzen. Sie gestalten Zusammenarbeit auf Basis von Selbstverantwortung jedes Einzelnen, partizipativer Organisationsstrukturen, modernem Leadership und eben Augenhöhe.


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#mehrflow im Job und Leben. Persönliches und Tipps von 10 Blogger_innen.

https://unsplash.com/photos/asrWX-lU3RE
Foto: unsplash.com/by Zugr

Meinem Aufruf zur Blogparade sind 10 Blogger_innen gefolgt. Sie haben wunderbare, teils sehr persönliche Geschichten und Beiträge geschrieben. Inspirierend, bereichernd, zum Nachmachen, Abgucken und Weitersagen. Ich habe daraus, recht pragmatisch zwar, ein "DigiBook" gebaut für alle jene, die nun neugierig sind.

 

Dies ist mein Learning: Flow ist bei aller "objektiven" Erkenntis eine höchst persönliche und bunte Angelegenheit.

 

Und dies meine Überzeugung: Glückliches Arbeiten (und Leben) braucht #mehrflow!

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Ein Weihnachtsgruß - vorgelesen.

Download
Die Weihnachtsgeschichte für die Ohren.
Weihnachtsgeschichte.m4a.mp4
MP3 Audio Datei 1.8 MB

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Vom Coaching und echt sein. Regina Westenthanner hat bei mir nachgefragt.

Interviews sollen kurz, knackig und professionell gemacht sein. Dass sie den Befragten wie eine gute Unterhaltung, ein anregender Austausch erscheinen, ermöglicht Regina Westenthanner, Gründerin der Wundervollen Weibsbilder und ihrem

"Klare Worte - das Sendeformat mit Weitblick".

 

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MEIN BESTES JAHR 2016. Ein Life&Work-Book

 

Roadmovie - #mygreat2016

„Die Nacht bietet so ein faszinierendes Gefühl von Isolation. Nachts ist man frei, die Welt lässt dich in Ruhe“ zitierte das Zeitmagazin kürzlich die kanadische Sängerin Grimes. Seit dem hängt ein Ausdruck mit diesen Worten in Sichtweite, wenn ich in meinem Home-Office arbeite. Ich werde darauf später zurückkommen.

 

Nachts gehe ich öfter im weltweiten Netz spazieren. Dann flaniere ich manchmal in aller Seelenruhe und ziellos von hier nach dort. Erliege meiner Faszination fürs Entdecken und bemerke auch manches Kopfschütteln. Oder ich sprinte zielstrebig an den Verlockungen vorbei. Verlaufen habe ich mich auch schon dabei.


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